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Jürgen Hilbrecht ist ein Volksschauspieler und Sänger, in dessen Professionalität sich seine Streifzüge durch diverse Genres der Theaterwelt widerspiegeln. Jetzt hat er sich der "Kleinkunst", dem Kabarettistischen verschrieben, einer Kunstform, die so leicht von der Bühne zu kommen scheint, die aber nur verkaufen kann, wer Talent und Besessenheit genug besitzt.
Nach Programmen wie "Der Hauptmann von Köpenick", den Berliner Liedern u.v.a.m. hat der Charmeur Jürgen Hilbrecht seiner Liebe zum Komischen wieder einmal eine Form gegeben.
Sein Otto Reutter-Programm läßt den progressiven Geist der 20'er Jahre verspüren. Dem "singenden Hauptmann" ist die Seelenverwandtschaft zum großen komischen Barden Otto Reutter anzusehen, so liebevoll zitiert er, so behutsam beschreibt er dessen Leben und so eindrucksvoll intoniert er die Lieder, von denen einige Gassenhauer oder Chansongs (schon Tucholsky fand keine rechte Vokabel für die Spezifik des Reutterschen Liedes), bis heute lebendig sind.
Er präsentiert neben Songs wie "Der Überzieher" und "Mit der Uhr in der Hand" auch diverse weniger populäre Raritäten aus Reutters Repertoire, welche immer zugleich nachdenklich und heiter stimmen.
Ja, Jürgen Hilbrecht weiß Stimmung zu zaubern, mit der Souveränität des gestandenen Schauspielers und der interpretatorischen Vielfalt eines Chansoniers, der im Ratskeller zu Köpenick eine unverwechselbare Figur macht und mit seinen blitz-lustigen Augen mal hier flirtet, mal dort einen provozierenden Spruch plaziert.
Er hat eine Nähe zum Publikum, wie wohl seinerzeit der Reutter, der mit grandioser Beobachtungsgabe die Anekdoten aus dem Alltag der Leute verarbeitete und sie über sich selber lachen ließ.
Jürgen Hilbrecht singt und zelebriert ein Otto-Reutter-Programm, welches live im Ratskeller Köpenick aufgenommen und auf CD erhältlich ist , die wie das Programm "Nehm'n S'en Alten" heißt.
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